Warum halten wir an der biblischen Lehre der lutheri­schen Kirche so fest?

Warum halten wir an der biblischen Lehre der lutheri­schen Kirche so fest?

Das Evangelium von Jesus Christus ist so wertvoll und kost­bar, dass wir keiner noch so klein scheinenden Abweichung vom Bekenntnis des ganzen Wortes Gottes folgen können. Kein Stück der lutherischen Lehre ist losgelöst von der Einheit des Ganzen, keine noch so neben­sächlich anmutende Aussage der Heiligen Schrift ist so gering, dass sie ohne Schaden der gan­zen Lehre beiseite gelegt oder verändert werden könnte, und ohne dass schließlich auch eine nächste und übernächste fällt – bis die Zerstörung selbst die wunderbarste aller göttlichen Lehren angreift, die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders aus Gottes Gnade durch den Glauben an Jesus Christus!

Wird Gottes Wort, Gottes Wil­le, Gottes Handeln auch nur in einem Stück unter das Urteil der in Sünde gefallenen Vernunft ge­stellt, muß es den Schein seiner göttlichen Klarheit verlieren. Denn die Vernunft stellt sich ge­gen Gottes Weisheit, wie auch der gesamte natürliche, nicht wiedergeborene Mensch noch unter dem Bann der Feindschaft zu Gott steht: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und kann es nicht erken­nen; denn es muß geistlich ge­richtet sein. (1.Kor. 2,14).

Durch die Kraft Gottes des Heiligen Geistes allein wird ein durch den Glauben an Christus gerechtfertigter Mensch geistlich stark genug, seine Vernunft ge­fangenzunehmen unter Gottes Wort. Dann wird ihm dieses Wort auch fest und gewiss bleiben, wenn falsche Lehre ihn bestürmt und Kleinglaube und Anfechtun­gen ihn bedrängen. Gottes Wort der Heiligen Schrift wird ihm auch in Not und Tod der An­ker seines Glaubens bleiben und der Fels, an dem die Macht des Satans zerbrechen muss. Al­ler Kampf um die Bewahrung der reinen biblischen, lutherischen Lehre ist ein Kampf um eines einzigen Grundes willen: Dass ein Sünder, gegründet auf Gottes Wort fröhlich sprechen kann: Im HERRN habe ich Gerechtigkeit und Stärke. (Jesaja 45,24). Das heißt:

  • Gegründet auf Gottes festes Wort sich der Vergebung aller Sünden bewusst zu sein,
  • aus Gottes Wort Wegweisung und Halt zu haben,
  • Glaubenszuversicht und Heilsgewissheit zu besitzen,
  • durch das Evangelium darin immer zunehmen,
  • sich den geraden klaren Weg zur ewi­gen Seligkeit nicht verwischen zu lassen – durch den Zeitgeist, durch falsche Lehre und Gesetzlichkeit.

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Römer 8,38f.)

So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Römer 3,28

Denn diese Lehre allein erhält die christlichen Gewissen in Anfechtungen und Todesängsten. Und es wäre auch nicht möglich, daß ein Heiliger, wie groß und hoch er ist, wider die Anklagen [des] göttlichen Gesetzes, wider die große Macht des Teufels und endlich wider die Verzweiflung und Angst der Hölle sollte bleiben oder bestehen können, wenn er nicht die göttliche Zusage, das Evangelium, wie einen Baum oder Zweig ergriffe in der großen Flut, in dem starken gewaltigen Strom, unter den Wellen… der Todesangst, wenn er nicht im Glauben sich an das Wort, welches Gnade verkündigt, hielte, und also ohne alle Werke, ohne Gesetz, aus lauter Gnaden das ewige leben erlanget (Apol. 1431).

Denn wie ist es möglich, daß ein Herz oder Gewissen könne zur Ruhe kommen oder die Seligkeit hoffen, wenn in Anfechtungen und Todesängsten vor Gottes Urteil und Augen unsere Werke so gar zu Staub werden, wo es (das Herz) nicht durch den Glauben dessen gewiß wird, daß wir selig werden aus Gnaden um Christi willen…. Das ist der rechte beständige Trost, welcher in Anfechtungen besteht, mit dem die Herzen und Gewissen können gestärkt und getröstet werden, nämlich daß uns um Christi willen durch den Glauben Vergebung der Sünde, Gerechtigkeit und ewiges Leben gegeben wird. (BSELK, Apol. 149.150).

1Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche (BSELK), Apologie der Augsburgischen Konfession (CA)