Lutherandacht, Gottes Geist und unser Gebet

Der Geist hilft unserer Schwachheit auf und vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen. Röm. 8,26
Wer an der Erhörung des Gebets nicht zweifelt, nur ihre Zeit und Umstände dem Willen und Rat Gottes überlässt, der wird in Wirklichkeit empfinden, wie das Gebet eine so wunderbare Kraft hat. Wir bitten nur um die äußerlichen Güter als Friede, Ruhe, Gesundheit und was uns für dieses Leben vonnöten ist, aber die Kraft Gottes übertrifft allen Verstand, alle Hoffnung und all unsere Bitten. Darum gibt Gott denen, die ihn anrufen, vielmehr und größere Gaben, als das menschliche Herz begreifen, verstehen oder bitten kann. Denn wir beten den an, dessen Gewalt und Wohltätigkeit unendlich ist, ja er schickt und ordnet alle Umstände, Stätten, Zeit und Personen viel besser, als wir es mit unseren Gedanken ihm hätten vorschreiben können. Darum sollen wir unsere Herzen ans Gebet gewöhnen, dass viel zugleich miteinander beten. Denn je mehr ihrer sind, die da beten, desto eher und reichlicher werden sie auch erlangen, was sie bitten.
Luther, Walch2 1,1705